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Chronik

750 Jahre Kieler Stadtkloster – das ist eine lange, lange Geschichte. Sie beginnt kurz nach der Stadtgründung. Es war Graf Adolf IV. von Schauenburg, der in den Jahren zwischen 1233 und 1242 die Stadt Kiel gründete, die Stadt an der Förde („tom Kyle“). Zugleich ein Franziskanerkloster, dessen Überreste noch heute am Klosterkirchhof zu sehen sind. Von 1245 an lebte der Stadtgründer selbst als Mönch in diesem Stadtkloster. Er starb 1261.Bereits wenige Jahre nach der Stadtgründung, 1257, erbauten die Söhne Johann I. und Gerhard I. ein Kieler Hospital, ein Altenheim und Armenhaus, das später den Namen „Heiligengeisthospital“ erhielt. Sie legten damit frühzeitig einen Grundstein für das Armenwesen in der noch so jungen Stadt. Denn bereits dieses erste Hospital diente als Armenkloster „zur dauernden Aufnahme, Verpflegung, Ernährung alter, armer und schwacher Personen…“ Man sorgte für sie, um- und versorgte sie, entwickelte aber auch von Anbeginn strenge Ordnungen, die sich nach den Regeln des Lübecker Heiligengeisthospitals richteten. Frauen und Männer lebten in einer Bruderschaft, in geistlicher Gemeinschaft, waren aber keine Ordensleute. Das Heiligengeistkloster wurde reich durch Schenkungen und Spenden. Und es war beliebt. Die Reformation brachte dann aber starke Veränderungen. Schon 1695 dachte man an eine Zusammenlegung der inzwischen vier Kieler Armenhäuser aus administrativen Gründen, aber es scheiterte an den zu unterschiedlichen finanziellen Gegebenheiten. Vereinigt wurden die vier ersten Kieler Armenklöster dann durch die Spenden der 1808 verstorbenen Henriette Friederica von Ellendsheim – ihre Hinterlassenschaft war ausdrücklich gebunden an den Zusammenschluß der vier Klöster und an eine neue Organisation. Die großzügige Spenderin bestand auch darauf, dass ein Arzt für die Klöster angestellt wurde. 1819 war es soweit. Die landesherrliche Genehmigung lag vor, auch ein neues großes Hospital und Klostergebäude wurden 1821/22 am Sophienblatt erbaut. Aus heutiger Sicht eine außerordentlich fortschrittliche Anlage mit hoher Wohn- und Pflegequalität. Große Ländereien und Kapitalien, reiche Stifter und Mäzene und auch die Landesherrschaft und die Stadt Kiel sorgten für Bestehen und Betrieb. Über die Jahrhunderte hinweg. Das Kieler Stadtkloster selber half bei der Finanzierung der Stadtschulen, der Heiligengeistkirche, es bezahlte Organisten und Kantoren. Ein ständiges Geben und Nehmen. Als Kiel expandierte und immer mehr Nachfrage auch im sozialen Bereich hatte, mussten Häuser und Wohnungen des Kieler Stadtklosters neu- und ausgebaut werden. Dann gab es eine entscheidende Veränderung. 1895 wurde der Kieler Bahnhof an den Sophienhof verlegt. Das bedeutete, dass das Kieler Stadtkloster weichen musste. Es entstand daher an der Harmsstraße eine stattliche neue Anlage. „Sorget fürs Alter“ stand über dem Eingangstor des 1909 eingeweihten Neubaus. Mithilfe unzähliger Stifter und Donatoren aller bedeutenden Kieler Familien konnte das Kieler Stadtkloster neu entstehen und weiterhin existieren.Das 20. Jahrhundert brachte blühende, auch schreckliche Zeiten. Nach der teilweisen Zerstörung des Hauses Harmsstraße und nach dem Wiederaufbau dieses und neuer Häuser entstanden mit den Jahren immer neue Einrichtungen, die zum Kieler Stadtkloster gehören und nunmehr zusammen Hunderte von Bewohnerinnen und Bewohnern, die der Hilfe bedürfen, beherbergen. Die Häuser tragen die Namen großer Stifter und Wohltäter und sind eine Geschichte für sich:

Außer der traditionsreichen Residenz am Park gibt es das Lisa-Hansen-Haus, das Andreas-Gayk-Haus, das Kurt-Engert-Haus, das Friederica-von Ellendsheim-Haus. Auch das Haus Schwentineblick am östlichen Stadtrand gehört dazu. Darüber hinaus betreibt das Kieler Stadtkloster für den Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. auch das Prof. Weber-Haus und das Prof. von Esmarch-Haus. Das Kieler Stadtkloster hat im Jahr 2005 auch einen eigenen ambulanten Dienst gegründet, die Kieler Stadtkloster Pflegedienst gGmbH. Dies wurde erforderlich, um sich den veränderten Bedürfnissen zu stellen. Pflegebedürftige wollen zunehmend ambulant zu Hause gepflegt werden.

Adolf IV, Graf von Schauenburg und Holstein
Adolf IV, Graf von Schauenburg und HolsteinDas alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908
Das alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908

Die Klosterkirche vor dem Umbau 1880
Die Klosterkirche vor dem Umbau 1880

Das alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908
Das alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908

Das alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908
Das alte Stadtkloster am Sophienblatt im Jahre 1908